Wie auf der Insel über den Multipark berichtet wird, können wir tagtäglich verfolgen. Doch wie schaut man von außen auf die Entwicklung?

Die Flensborg Avis, Zeitung der dänisch-friesischen Minderheit, begleitet den Multipark seit vielen Jahren. Nicht zuletzt, weil das Planungsbüro Glifberg/ Lykke aus Kopenhagen den Multipark gezeichnet hat, sondern auch, weil die Idee eines sozialen Treffpunktes in der Mitte der Bevölkerung bei unseren Nachbarn im Norden in immer neuen Formen seit Jahrzehnten gepflegt wird. Wir wundern uns kaum, dass die Dänen zu den Glücklichsten dieser Welt gezählt werden. Miteinander, gemeinsame Erlebnisse, Toleranz, Freude, Kennenlernen, Liebe, Mut, Zusammenhalt und teilen, so etwas fällt nicht vom Himmel.

Peace and Love,
Skateboarding Sylt e.V.

Hier unsere Übersetzung aus der Flensburg Avis zu der neuesten Entwicklung in Sachen Multipark:

 

 

Klage hält den Multipark weiter auf

19 Personen haben nun eine Klage gegen den Skatepark auf Sylt eingegeben. Sylts Bürgermeister und der Verein Skateboarding Sylt sind enttäuscht, hoffen aber weiterhin auf einen konstruktiven Dialog.


Klage

May-Britt Petersen
mpe@fla.de

Die Klage gegen den geplanten Multipark im Sylt-Stadion in Westerland auf Sylt war zwar von den Gegnern des Projektes seit langer Zeit angekündigt gewesen. Aber trotzdem sind der Bürgermeister der Kommune Sylt, Nikolas Häckel und der Verein Skatebording Sylt enttäuscht darüber, dass die Klage nun Realität geworden sind, da man überzeugt davon war, das man nach langer Zeit in einem guten Austausch mit dem Gegnern gekommen ist.

„Ich bin enttäuscht darüber, das Immobilienbesitzer, die zu einem Teil überhaupt nicht auf der Insel wohnen, nun verhindern wollen, das dass Angebot für Kinder und Jugendliche auf der Insel verbessert wird. Das Projekt wird damit auf alle Fälle weiter verzögert,“ hält der Bürgermeister in einem Kommentar auf seiner Facebookseite fest.
Mitglieder des Skateboarding Sylt verstehen die Klage nicht und bezeichnen das Agieren der Gegner als unehrlich, nachdem man gute Gespräche miteinander gehabt hat. In einer schriftlichen Erklärung heißt es: „Ihre Ängste vor Lärm und vor jungen Menschen in der ansonsten ruhigen Nachbarschaft stufen die Gegner höher ein, als der Bedarf junger Menschen und dem Wunsch eines großen Teils der Bevölkerung, Schulen, Vereinen und den Beschlüssen der Lokalpolitik. Und das, obwohl sich viele der Kläger nicht oft in ihren Wohnungen aufhalten.“

Zweifel an der Lärmuntersuchung

Das es besonders der Lärm des Skateparks ist, den die Gegner befürchten, bestätigt Erich Spintig, der einer der im ganzen 19 Kläger ist: „ Wir bezweifeln, dass die durchgeführte Lärmuntersuchung in Übereinstimmung mit dem Gesetz gemacht wurden ist“ und begründet damit die Klage. Die eingereichte Klagebegründung beim Verwaltungsgericht in Schleswig bezieht sich auf die Lärmuntersuchung in der Bauzulassung des Amtes Kreis Nordfriesland für den ersten Bauabschnitt des Multiparkes, dem ersten Skateparkabschitt. Die Klage enthält einen Eilantrag mit sofort einsetzender Wirkung, womit die Klagenden erreichen wollen, dass nicht mit dem Bau begonnen werden kann, obwohl der Kreis sein Ja für den Baustart gegeben hat.
Frederike Lange, Pressesprecherin des Verwaltungsgerichtes rechnet nicht mit einer Entscheidung bis Ende März. Darüber hinaus erklärt sie, dass mit der Klage nicht das ganze Projekt verhindert werden kann. Das kann erst in der nächsten Klage erreicht werden.

Erich Spintig ist sich klar drüber, das der Prozess ein langer werden kann und viel Geld kosten wird. Trotzdem hat sich der 80 jährige Erich Spintig, der einige Ferienwohnungen in der Nachbarschaft zum Multipark am Fischerweg besitzt, selbst jedoch an einem anderem Punkt der Insel wohnt, zusammen mit weiteren Wohnungsbesitzern entschlossen zu klagen.

Wünscht sich eine andere Platzierung

Die Kläger wünschen sich am liebsten eine Platzierung des Projektes an einem anderen Ort.
Die Gegner haben schon früher das Sportzentrum in Keitum als mögliche Platzierung genannt, da es hier keine direkten Nachbarn geben würde, die von dem Lärm gestört werden könnten.
Der Bürgermeister Nikolas Häckel will aber unter allen Umständen an der Platzierung in Westerland festhalten. „Das zentral gelegene Sylt-Stadion ist die richtige Platzierung. Die jungen Menschen gehören in unsere Mitte der Gesellschaft. Dieser Treffpunkt soll Menschen von allen Generationen verbinden. Sylter und Gäste können dort ihren Spass haben und sich bewegen. Dafür setzen wir uns ein.“ lautet es vom Bürgermeister.

Als eine weitere Möglichkeit nennt Erich Spintig die Möglichkeit über dem Skatepark ein Dach zu bauen, wenn er in Westerland gebaut werden soll. Das würde die Lärmprobleme
lösen und den Jungen die Möglichkeit geben den Skatepark auch bei schlechtem Wetter zu nutzen.

Offen für einen Dialog

Diese Haltung hat Erich Spintig zusammen mit anderen drei Gegnern auch gegenüber 4 Politikern der Sylter Kommune bei einem neulichen Treffen vertreten.
„Es war eine sachliche Unterhaltung und wir sind zu weiteren Treffen bereit und fahren auch mit dem Skateboarding Sylt Verein zusammen nach Haderslev zum Streetdome,“ sagt Erich Spintig, der trotz der Klage immer noch Möglichkeiten für eine Lösung sieht, mit der alle Teilnehmer leben können.
Skateboarding Sylt ist trotz seiner Unzufriedenheit über die Klage weiterhin bereit sich mit den Gegnern zu treffen und will gerne zusammen zum Skatepark in Haderslev fahren, um sie davon zu überzeugen, dass Skateboards auf Ortbeton überhaupt nicht so lärmen.

„Vielleicht kann deren eigene Erleben ja dazu betragen, dass sie ihre Auffassung ändern,“ heißt es vom Verein.