Aktuelles vorweg: Die Bewerbungsfrist für Baufirmen des ersten Bauabschnitts Skatepark im Multipark lief bis zum 2. April. Laut dem Rathaus, ist ab Mitte April mit der Nachricht zu rechnen, wer das Rennen gemacht hat. Wir sind gespannt.

Anfang 2017 starteten wir als Interessengemeinschaft Multipark. Mit dem Ziel im Namen, war uns von Anfang an klar, dass ein frei und offener Treffpunkt für die Sylter Jugend nur mit der Politik und dem Rathaus zu realisieren ist. Zusammen mit den Parteien SSW, Grüne und SPD konnte die IG Multipark einen Antrag für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie für die Errichtung eines Multiparks in Westerland einbringen. Der Antrag wurde von allen Parteien einstimmig angenommen. Es fing also gut an. Im Rathaus saß frisch im Amt Bürgermeister Nikolas Häckel. Er erwies sich als verlässliche Stütze des Projektes. Eine Projektgruppe Multipark mit dem TSV Westerland, der Jugendinitiative Sylt e.V., dem Schulzentrum, der Henner-Krogh-Stiftung, dem ISTS und der Sylt Marketing (SMG), sowie der IG Multipark entstand.

Das Vertrauen, das uns im Rathaus entgegengebracht wurde, war wichtig. Wir hatten das Gefühl, ernst genommen zu werden. Gemeinsam fuhr die Projektgruppe mit der Politik und Ortsentwicklung zum Streetdome nach Haderslev, wo uns der Leiter Morten, Verwaltungsmitarbeiter und verantwortliche Politiker der Kommune empfingen und uns alles vom Werdegang bis zum täglichen Betrieb erklärten. Aus Kopenhagen kamen Rune Glifberg und sein Architekt-Partner Ebbe Lykke, die die Rollfläche auf ca. 4600 m2 gezeichnet hatten. Für den Dome steht die Dänische Architekturfirma Cebra. Die Hilfsbereitschaft und die offenen Türen in Dänemark sind immer wieder ein riesen Erlebnis.

Wir hatten diese Besichtigungstour vorgeschlagen, damit alle ein Gefühl dafür bekamen, wie wir uns die Gestaltung moderner Freiräume für die Jugend vorstellten. Wie in Lemvig, wurde in Haderslev nicht nur ein Skatepark, sondern sinnvoll in Verbindung mit anderen beliebten Sportangeboten geplant, wie zum Beispiel Basketball, Bouldern, Musikräumen und zusätzlich mit einem Leichtathletik-Angebot, Beach-Volleyball und Fußball in unmittelbarer Nachbarschaft. Das alles neben dem Rathaus, einem Wohnblock und dem Fjord in attraktivster Umgebung.

Wichtig ist zu wissen, das die Gesamtkosten des Streetdomes mit rund 4,5 Mio € in 2014 zu einem Drittel von der Kommune Haderslev und zu 2/3 von privaten Spendern um den Realdaniafond, dem A.P. Møller Fond sowie weiteren lokalen Spendern realisiert wurde. Fast alle Angebote im öffentlichen Raum in Dänemark werden von lokalen, sowie überregionalen Fonds massgeblich unterstützt. Man ist sich bewusst, dass solche Projekte für die Allgemeinheit, für den Samfund, nicht alleine von Kommunen zu stemmen sind. Große dänische Firmen unterstützen sinnvolle Projekte für die Öffentlichkeit und stärken damit die Gemeinschaft im Land. Die Menschen nehmen diese Angebote an. Sie werden sportlich aktiv, probieren wie im Streetdome zu skaten, zu klettern, Musik zu machen….. . Sie besuchen eine Oper, ein Kunstmuseum, neue moderne Bibliotheken, ein frei und offenes Schwimmbad wie z.B. in Aalborg am Limfjord…. . Die Palette an unterstützten, fantastischen Projekten ist lang in Dänemark und es wundert überhaupt nicht, dass unsere Nachbarn zu den zufriedensten Menschen des Planeten zählen. Freunde auf Sylt waren skeptisch, dass das, was wir in Dänemark und von Reisen an den Küsten Europas an integrierenden Treffpunkten kannten, zu Hause möglich ist. „Zu teuer! Überall ja, but never, ever auf Sylt,“ bekamen wir zu hören.

Aber warum eigentlich nicht? Für uns galt und gilt: nicht bange machen lassen und nicht aufgeben. Nun ist endlich mit dem ersten Bauabschnitt Skatepark im Multipark ein Anfang in Sicht. Unsere Kommune zeigt Mut und Wille. Doch es gilt weiterhin, dass es an uns allen liegt, wie weit, das Projekt Multipark gelingen kann. Wir bleiben positiv. Fortsetzung folgt.

 

Keep on Rolling Multipark Sylt!
Skateboarding Sylt e.V.

 

Die Bilder sind von: Glifberg-Lykke + Gemeinde Sylt, Skateboarding Sylt e.V.